Bordeaux-Wein - Der Jahrgang 1999

Nach einem kalten und trockenen Winter und einem kühlen Frühjahr konnte die Blüte im Ende Mai relativ früh und schnell ablaufen konnte. Nach der Blüte konnte man mit einer sehr großen Ernte rechnen, vor der die Trauben schwer reif werden würden, wenn nicht die Mengen zuvor durch kluge Grünlese stark reduziert würden und der Spätsommer optimales Wetter mit sich brächte. Juni und Juli waren wieder überdurchschnittlich kühl und regnerisch bis Anfang August. Vielfach konnte man schon Mehltau beobachten. Doch endlich, Mitte August, wurde es heiß; mit den Temperaturen stiegen auch die Hoffnungen der Winzer auf eine gute Ernte. Das warme Wetter hielt bis zum 12. September an und ließ die Beeren schnell reifen. An diesem Tage setzte wieder wie in den Vorjahren eine Regenperiode ein. Immerhin traf aber der Regen meistens schon auf ein nahezu vollständig ausgereiftes Traubengut. Nun und in den Wochen danach zeigte sich, dass Petrus nur dann großartige Weine gelingen lässt, wenn die Winzer alles in ihrer Macht Stehende dafür getan haben — vor allem im Weinberg. Die Regenperiode machte die Einbringung gesunden Lesegutes zu einem Problem, das wirklich nur wenige Weingüter meisterhaft lösten. Nur wer schon im Juli die überzähligen und zurückgebliebenen Trauben aus den Reben geschnitten hatte und später noch einmal das bei optimalen Wetterbedingungen (was 1999 wegen des unsicheren Wetters die Verfügbarkeit einer großen Zahl von Erntehelfern voraussetzte) eingebrachte Lesegut strengstens verlas, konnte einen Wein erzeugen, der dem Grand Vin anderer, klimatisch günstigerer Jahre ebenbürtig war. Glück hatten vor allem die Winzer in Margaux, im Graves und in Pomerol. Aber auch die edelsüßen Weine des Sauternes gerieten hervorragend und besitzen einiges an sauberer Botrytis so ähnlich wie die 1997er.

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