Bordeaux-Wein - Der Jahrgang 2002

Dies ist der mengenmäßig sehr kleine Jahrgang, dessen Qualität in letzter Minute durch das sonnige und heiße Wetter im September und Anfang Oktober gerettet wurde. Die Blüte setzte um den 20. Mai ein und zog sich lange hin. Es regnete während dieser zeit zwar selten, aber als es dann einmal heftiger regnete, war es gleichzeitig auch sehr kühl, so dass dadurch vor allem bei den Merlot-Reben eine Verrieselung und später bei den Cabernet-Reben die Kleinbeerigkeit ausgelöst wurden. Im Juli und August regnete es dann zwar wieder wenig, doch blieb es kühl. In dieser Zeit wehte ein heftiger Ostwind, der die schon durch die fehlenden Niederschläge gestressten Beeren weiter austrocknete. Am 19 August gab es einen heftigen Regenguss, dem ein paar regnerische Tage folgten. Doch nachdem man schon Ende August die Hoffnung auf einen halbwegs passablen Jahrgang aufgegeben hatte, schlug das Wetter am 10. September um. R o t w e i n e: So reiften vor allem die Cabernet- und die Petit-Verdot-Trauben gut aus und wurden deshalb auch bei der Assemblage bevorzugt eingesetzt. Sie erbrachten in Saint-Julien, Pauillac und Saint-Estèphe sehr gute Weine, die Clives Coates im Durchschnitt mit 17,5/20 bewertete, während die Merlot-Weine zwar dunkelfarbig, mittelgewichtig, frisch und fruchtig, aber nicht sonderlich konzentriert und selten besser als gut ausfielen. W e i ß w e i n e: Das gute Wetter vom 9. bis 18. September hat auch die trockenen Weißweine im Graves und im Entre-Deux-Mers begünstigt, so dass hier fruchtige, gut ausgereifte Weine mit sehr gutem Säuregerüst entstanden. Die Süßweintrauben litten zuerst unter der Trockenheit, doch was nach dem Einsetzen des Oktoberregens gelesen wurde und wo sich die Edelfäule an den voll ausgereiften Beeren bildete, erbrachte körperreiche, rassige und duftige Weine, die an die 1986er erinnern.

© grandsvins.de | Wein Direktimport & Weinhandel für Bordeaux Weine u. Chateau Weine - Georg Wahnschaffe