Bordeaux-Wein - Der Jahrgang 2003

Wie im Jahre 2002 war es auch 2003 zu Jahresanfang sehr kalt. Aber das Frühjahr setzte bald ein und brachte relativ sonniges, warmes Wetter mit sich. Auch April und May blieben trocken, warm und sonnig, so dass die ersten Blüten schon am 21. Mai gesichtet wurden – 15 Tage früher als gewöhnlich. Nach der Blüte wurde es richtig heiß, und von Juni bis August stand das Thermometer um 6° C über dem langfristigen Durchschnitt! Als sich im Juli die Beeren zu färben begannen (Véraison), hatten die Früchte schon drei Wochen Vorsprung gegenüber dem normalen Vegetationszyklus, aber die Hitzewellen waren noch nicht vorüber. Erst nach dem 19. August ließen sie etwas nach, und im September gab es sogar geringfügig Regen und einen leichten Temperaturrückgang. Doch dies kam für die Merlot-Reben, deren Trauben schon ab dem 20 August gelesen werden mussten (um eine Überreife zu vermeiden), leider zu spät, denn der phenolische Reifegrad verzögerte sich wegen der großen Hitze und konnte erst im Laufe des September eintreten. Davon profitierten nur die Cabernet- und die Petit Verdot-Reben. R o t w e i n e: Deshalb wurden 2003 die besseren Weine zweifelsohne im Médoc und im Graves geerntet – nicht nur weil diese beiden Rebsorten dort dominieren, sondern auch weil dort die Weinberge vom Meer und von der Gironde durch die Morgennebel Abkühlung und Feuchtigkeit bekamen und weniger als im Libournais unter Hitzstress zu leiden hatten. Wer im Médoc mit der Lese nicht allzu lange wartete, brachte optimales Traubengut ein. Die gut ausgereiften Tannine versprechen große Finesse. Die t r o c k e n e n W e i ß w e i n e hatten von Natur verständlicherweise zu wenig Säure, so dass man sie oft nachsäuern musste. Wie gut dies gelang, ist von Château zu Château verschieden. Die S ü ß w e i n e profitierten von den kleinen Regenfällen Anfang September, die einen Anflug von Botrytis auslösten. Hier sind die Erwartungen auf eine gute Qualität sehr hoch.

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