Bordeaux-Wein - Der Jahrgang 2004

Nach einem relativ milden Winter setzte die Vegetation Ende März ein, doch im April und in der ersten Maihälfte herrschten kühlere Temperaturen, so dass sich die Reben langsamer entwickelten und man schon Verzögerungen bei der Reife befürchten musste. Ab 15. Mai schlug das Wetter aber um und blieb bis in den Juni warm. Es regnete sehr wenig, so dass die Blüte unter optimalen Bedingungen zwischen dem 2. und 6. Juni ablief. Danach konnte man mit relativ hohen Erträgen rechnen. Selbst an allen Nebentrieben war ein Fruchtansatz zu beobachten, was durchaus nicht normal ist. Das Personal musste viel Zeit im Weinberg verbringen, um den Fruchtansatz auszudünnen und der potentiellen Überproduktion Herr zu werden. Wenig Regen im Juli und August. Anfang September stieg die Temperatur auf Rekordhöhen (z. T. über 33°) und ließ die Trauben bestens ausreifen, da es auch mit nur 11 mm (im Vergleich zu 86 mm im 30-Jahredurchschnitt) sehr wenig regnete. R o t w e i n e: Der Jahrgang 2004 wird - wie es auf Ch. Cheval Blanc heißt – ein sehr großer Jahrgang werden, wenn es den Winzern gelang, mit dem Ertragreichtum im Weinberg fertig zu werden, was zweifellos recht mühsam und auch kostspielig war. Sowohl Cabernet als auch Merlot reiften optimal aus. Die Weine der großen Châteaux sind deshalb meistens hervorragend ausgefallen und sehr langlebig. Wo die Ertragskontrolle aber versagte und wo man versuchte später den zu dünn geratenen oder nicht ausgereiften Wein durch eine Ausdehnung der Mazerationszeit zu konzentrieren und ihm mehr Zentrum zu verleihen, sind die Ergebnisse enttäuschend. Die S ü ß w e i n e konnten wie im Jahre 2002 nicht von einer großen Botrytis profitieren, doch sind es frische, fruchtige Weine mit präsenter Säure, die in sechs bis zehn Jahren hervorragend schmecken werden.

© grandsvins.de | Wein Direktimport & Weinhandel für Bordeaux Weine u. Chateau Weine - Georg Wahnschaffe