Bordeaux-Wein - Der Jahrgang 2011

 Schon zu Jahresbeginn zeigte sich, dass der Klimawandel, der sich in  diesem Jahrzehnt schon in etlichen  heißen Jahren auswirkte, offensichtlich Bestand hat. Nach einem sehr trockenen Winter wurden bereits die Monate März bis Juni von sommerlicher Hitze (im Juni stieg das Thermometer sogar auf 40° C) und wenigen Gewittern begleitet. Dann folgten ein regnerischer Juli und ein nur mäßig warmer August mit zahlreichen Niederschlägen, der aber auch am 20./21.  eine kurze Hitzewelle brachte, in der wie übrigens auch Ende Juni viele Beeren durch die Sonne versengt wurden. Lediglich im September war das Wetter heiß und trocken und bestens für die relativ frühe Lese geeignet. Wer nicht unter Hagelgewittern  (die vor allem am 1. September im Norden des Médoc in Pauillac und St.-Estèphe große Schäden anrichteten) und unter zu viel Regen in  den Sommermonaten zu leiden hatte und aus dem Lesegut gründlich alle unreifen und verfaulten Beeren herauslas (was eine Frage des Personaleinsatzes war), konnte aus den Trauben sehr schöne Weine bereiten.  Ulrich Sautter formuliert es in seinem „Weinversand Extra“ so: „Wer also über erstklassiges terroir verfügte – eines, das sowohl Trockenheit als auch Starkregen auszugleichen vermochte – und wer überdies den Hin-dernisparcours der Witterung mit begleitenden Maßnahmen gut zu meistern wusste, der hat Weine von einem klassischen Zuschnitt im Keller, wie man ihn seit den achtziger Jahren kaum noch gesehen hat: moderate Alkoholgehalte, Gerbstoffe, die zwar reif, aber dabei nicht im Übermaß weich sind, und eine Ausprägung der Frucht von großer Frische und Prägnanz.

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