Burgunder-Wein - Der Jahrgang 2002

Ist dieser Jahrgang in Bordeaux wegen der Ausfälle bei den Merlot-Trauben nicht als Spitzenjahrgang einzustufen, so erreicht er in Burgund dieses Prädikat aus einem anderen Grund nicht. Die Blüte wurde im Mai durch kühles Wetter verzögert, konnte aber dann in der ersten Juni-Hälfte schnell und problemlos ablaufen. Im weiteren Verlauf des Jahres war das Wetter zwar nicht heiß, aber doch recht trocken, was vermutlich dafür sorgte, dass die Erntemenge bei den Rotweinen (nicht bei den Weißweinen) geringer als im Fünf-Jahres-Durchschnitt ausfiel. Das trockene Wetter hielt bis Anfang September an, so dass der Reifeprozess schon blockiert war, aber dann regnete es doch noch. Ab Mitte September wehte ein kühler Nordwind durch die Weinberge, der nicht nur den Regen trocknete, sondern auch noch das Trauben-Volumen schrumpfen ließ, zu einer Konzentration des Mostes und zu einer Steigerung des möglichen Alkoholgrades beitrug. Die Lese begann am 15. September, aber viele Winzer warteten noch einige Tage, um die zum Teil noch unreifen Beeren, die an sich sehr gesund waren, weiter ausreifen zu lassen. Wenn der Jahrgang zwar sehr gut geriet, aber doch nicht überall das Urteil groß bekommt, so vor allem deshalb, weil das Wetter im August und Anfang September nicht so heiß war wie etwa 1999. Die Winzer vergleichen ihn lt. Clives Coates mit 1989 oder 1985, wenn er auch diese beiden Jahrgänge an Konzentration übertrifft, weil man heute bessere Weine macht.

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