Burgunder-Wein - Der Jahrgang 2003

An dieses Jahr wird sich jeder wegen seiner großen Sommerhitze erinnern. Aber die Vegetationsperiode begann - ganz im Gegenteil – mit Kälte, die, nachdem die Knospen schon Ende März/Anfang April teilweise aufgebrochen waren, um den 10./11. April mit Minustemperaturen das Wachstum erheblich bedrohten und verzögerten. Doch gleich darauf kamen zehn aufeinander folgende heiße Tage, in denen das Thermometer sogar auf über 25° C kletterte und das Wachstum richtig in Gang brachten. Die Blüte vollzog sich schnell und problemlos. Die Hitze setzte sich dann in den folgenden Monaten fort und brachte im Juni Temperaturen, die 5° und im August 4° über dem langjährigen Durchschnitt lagen. (Meadow`s: „From killer frosts to killer heat“) Gleichzeitig regnete es schon von Anfang März an immer weniger. Das einzige, was die Reben vor dem Vertrocknen schützte, war der (dank des nassen vorausgegangenen Winters) relativ hohe Grundwasserspiegel. So konnten die Reben weiter wachsen und den Zeitverlust im April wieder aufholen, ja, sogar mit dem Beginn der Véraison am 11. 7. einen Vorsprung gegenüber 2002 (23. 7.) erzielen. Entsprechend früher lag der Beginn der Lese (ban de vendange 19. 8., also einen Monat früher als 2002). Problematisch war, dass die Weine immer mehr ihre Säure verloren, auf der anderen Seite aber wegen des Wassermangels ihre phenolische Reife nicht vollenden konnten und auch in der Sonne nach dem Blattverlust regelrecht verbrannten. Manche Winzer verließen sich darauf, dass das Tannin die fehlende Säure kompensierte, andere verlasen streng das Lesegut. Auf jedem Fall wurde sehr viel Geschick verlangt, insbesondere, wenn man sich darauf einließ, den Säuremangel mit Weinsäure auszugleichen. Grundsätzlich ist es aber ein Jahrgang, in dem auch die kleineren Appellationen besonders gut gelangen, weil sie mehr Gewicht als üblich haben.

© grandsvins.de | Wein Direktimport & Weinhandel für Bordeaux Weine u. Chateau Weine - Georg Wahnschaffe