Burgunder-Wein - Der Jahrgang 2004

Ein gewissermaßen typischer Burgunderjahrgang: Juli und August brachten immer wieder Regen. Hinzukam, dass im Jahr 2004 (wohl wegen der frühen Lese im Vorjahr) auch bei den Pinot Noir-Reben verstärkt (aber nicht überall) echter Mehltau (Oidium) auftrat, den man sonst nur bei der Chardonnay-Rebe kennt. Er hemmt die Photosynthese der Pflanzen und verzögert damit die Traubenreife. Wer den Oidiumausbruch (er wird durch kleine Spinnen übertragen) nicht ahnte und rechzeitig dagegen mit Schwefel vorging, wurde später der einmal ausgebrochene Krankheit selbst durch häufiges Spritzen nicht Herr. Ein weiteres Problem des Jahrgangs waren die diversen Hagelschläge, von denen (allerdings vor der Véraison) verschiedene Weinberge der Côte d’Or betroffen waren. Wer aber über den den Oidiumausbruch, den sommerlichen Regen und den Hagelschlag nicht verzweifelte und stattdessen im Juli eine kräftige Grünlese durchführte, bekam später ordentliches Traubengut, weil die reichliche Septembersonne die verbliebenen Trauben gut ausreifen ließ. Sie setzte mit langen warmen Tagen und kühlen Nächten schon am 25. 8. ein und wurde vom alles trocknenden Nordwind begleitet. Beides beschleunigte die Reife und ließ die Trauben nicht nur Öchslegrade und Farbe entwickeln, sondern auch Säure und Frische erhalten.

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