Burgunder-Wein - Der Jahrgang 2006

2006 war für die Winzer an der Côte d’Or – und noch mehr für die an der Côte de Beaune - ein schwieriges Jahr. Deshalb las ich alles, was Meadow’s dazu sagte, besonders intensiv. Dennoch gibt es Lichtblicke: Einige Gemeinden waren weniger hart von den Unbilden der Witterung betroffen (Savigny-les-Beaune, Volnay, Pommard und Chassagne), so dass ich hoffe, dass meine Winzer zu den an einer Hand abzuzählenden, überaus klugen und sorgfältigen gehören, die lt.. Meadow’s das gleiche „Qualitätskaninchen aus dem Hut zaubern“ konnten wie ihre Kollegen an der Côte de Nuits. Nach einem langen Winter und einem späten Austrieb war der Frühling feucht, so dass die Winzer schon bald den Mehltau bekämpfen mussten. Zur Blütezeit im Mai/Juni wurde es zwar wärmer, aber die Blüte zog sich lang hin. Erst am 10. Juni schlug das Wetter um und blieb trocken und warm (oft auch heißer als im Juli 2003) bis Ende Juli, so dass man schon an eine weitere Ende-August-Lese dachte. Doch weit gefehlt: Am 27. Juli gab es ein Hagelgewitter und einen erneuten Wetterumschlag. Von nun an wurde es kühl und regnerisch bis Ende August. Grauschimmel setzte ein. Wer ihn nicht sofort an den Rebstöcken beseitigte und dadurch diese entlastete, musste später erleben, dass die Trauben nicht ausreiften und weiter verfaulten. Wer dies dagegen tat, erntete dank der Hitzeperiode ab der zweiten Septemberwoche am Ende des Monats reife Trauben, aus denen er nach gründlichem Verlesen auf dem Verlesetisch auch die außerordentlich aromatischen und eleganten, transparenten Terroir-Weine („wrapped in admirable persistent finshes with fine detail und a more pronounced sense of minerality than most vintages possess) bereiten konnte, von denen Meadow’s schwärmt. Nur bei diesen Winzern war auch der Hektarertrag wegen des Verlesens sehr viel niedriger als 2005.

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