Burgunder-Wein - Der Jahrgang 2007

Allen Meadow’s überschreibt seinen 2007er Artikel „A Classic vintage that is Variable but Generally Gave Very Fine to Excellent Quality“, aber es sei definitiv kein „gotta have“ Jahrgang. Denn der heißeste Monat lag im April. Nach der Blüte ließ 2007 zwar zunächst einen frühen Lesetermin erwarten, doch zeigte sich die übrige Vegetationsperiode eher kühl und regnerisch mit einem verzögerten Pflanzenwachstum, so dass sich die Winzer im August schon zu fragen begannen, ob es an dem als früh vorausgesagten Lesetermin überhaupt etwas zu lesen gäbe. Dann aber schlug das Wetter am 20. August um und brachte für vier Wochen nicht nur Nordwind (der die Weinberge trocknete), sondern auch klares, trockenes und warmes Wetter, das die Trauben rapide reifen ließ. Ein weiterer Vorteil waren die kühlen Nächte in dieser Zeit, die die Säure sehr gut in den Beeren erhielten.
Das mengenmäßig geringe Lesegut war bestens ausgereift, d. h. Alkohol- und Säurewerte „stimmten“, und auch die phenolische Reife der Tannine war gut bis sehr gut. Trotzdem mussten die Winzer die Weinbereitung vorsichtig angehen, denn da die Beerenhäute oft relativ dünn waren, gab es auch wenig Tannin. Man durfte nicht in die Versuchung kommen, das Manko an guten Tanninen durch ein Zuviel an bitteren Tanninen aus den Kernen zu ersetzen. Es gab Önologen, die deshalb empfahlen, dem Most künstliches, pulverisiertes Tannin zuzusetzen. Aber das vermieden verantwortungsvolle Winzer, weil derartige Zusätze (wie in anderen Jahren der dann vorgenommene Säurezusatz) den großen Vorzug von gerade auch problematischen Jahrgängen wie 2007 - die Transparenz und das Terroir, d. h. die typischen Geschmacksnoten ihrer besonderen Lage - verderben. Sie führen zu einer Standardisierung. Außerdem gelingen sie nur selten richtig. Ein Zuviel oder Zuwenig des zugesetzten Tannins wird dann später ausgefällt oder zerstört die Harmonie des Weines.

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