Der Burgunder-Wein - Der Jahrgang 2008

Allen sagt über den Jahrgang, er sei generell ein sehr variabler Jahrgang, dessen Weine zwischen mittelmäßig bis exzellent schwankten. 2008 hatte 13 Vollmonde, was in Winzerkreisen oft als Zeichen für einen schwierigen Jahrgang gilt. Und in der Tat war der Sommer 2008 kühl und regnerisch. Deshalb kam es für das Erzielen eines ausgereiften Traubengutes besonders darauf an, ob ein Winzer die Erträge niedrig genug hielt, denn schon wie in den Jahren zuvor wurde die Reife auch 2008 am Ende von „La Bise“ bestimmt, dem kühlen Nordwind, der ständig und stark durch die Weinberge blies und die Reben trocken hielt. Trotz des in den letzten Wochen vor der Lese sehr sonnigen und warmen Altweibersommers erlangten nur die Trauben die volle phenolische (für sehr gute Wein unabdingbare) Reife, die nicht zu zahlreich an den Rebstöcken hingen und vom Wind gut ausgetrocknet wurden. Dass viele Winzer nicht noch länger mit dem Lesebeginn warteten und deshalb nicht voll ausgereiftes Traubengut einbrachten, lag natürlich an der sich in solchen Jahren immer schneller ausbreitenden Fäulnis. Nur wer also voraussehend rechtzeitig die Erträge durch Grünlese kürzte und die Trauben frei schnitt, konnte ruhig abwarten, bis sie perfekt ausgereift waren. „Wer später mit der Lese begann, hatte das Würfelspiel gewonnen, denn er hatte zwar mehr Fäulnis auszusortieren, aber auch reifere Trauben“, wie sich ein Winzer ausdrückte. Mit anderen Worten: 2008 war eher ein Jahr derer, die im Weinberg für zufriedenstellendes, reifes Traubengut sorgten, als derer, die daraus den Wein bereiteten. Begünstigt waren auch vor allem die gut gelegenen Weinberge. Deshalb ist 2008 ein transparentes Jahr, das sehr gut zeigt, wo eine Lage in der Hierarchie der Appellationen einzustufen ist.

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