Burgunder-Wein - Der Jahrgang 2009

Das Wetter an der Côte de Nuits war während der ganzen Vegetationsperiode 2009 nahezu ideal: Nach einem kalten Winter wurde es Anfang März relativ milde, doch kehrte die Kälte am 20. 3. wieder zurück und blieb bis Anfang April. Dann wurde es zunehmend wärmer, so dass die Knospen um den 15. 4. aufbrachen und die Blüte bei wärmerem Wetter als üblich schon zwischen dem 10. und 15. Mai (8 Tage früher als durchschnittlich in den letzten 15 Jahren) beginnen konnte. Sie verlief schnell, was ein einheitliches Reifedatum versprach. Auch Juni und Juli waren wärmer als üblich. Dafür war der Niederschlag insgesamt etwas höher als normal, doch kam der Regen konzentriert in zwei Perioden, so dass die Spritzungen nicht dauernd wieder weggespült wurden und man insgesamt mit weniger auskam. Der Juni brachte mehr Sonnenschein, der Juli weniger, August und September dann wieder erheblich mehr, so dass sich die phenolische Reife prächtig entwickeln konnte, obwohl es nicht sehr viel wärmer war. Aber anders als befürchtet entwickelte sich kaum Botrytis, weil das Wetter im August und September sehr trocken war. Zudem konnten sich jetzt die Beeren bei der Trockenheit konzentrieren, ohne dass es dank der guten Wasserversorgung in den Vormonaten den Hitzestress wie 2003 und 2005 gab: Die Trauben reiften perfekt aus, weil der photosynthetische Zyklus nicht nennenswert unterbrochen wurde. Die Weine, die aus diesen Trauben bereitet wurden, sind sehr schön ausgeglichen und zeichnen sich durch feine Tannine aus. Sie sind zugänglicher als es die 2005, denen man immer noch den Trockenstress aus ihrem Reifesommer anmerkt, in diesem Entwicklungsstadium waren. Das ist der Grund, weshalb manche Kritiker – so auch Meadow’s – glauben, die 2009er seien nicht so langlebig wie diese, sie seien „nicht ganz so groß“, aber wir persönlich meinen, dass „Langlebigkeit“ nicht das einzige Kriterium sein sollte, nach dem die Größe eines Weines zu bemessen ist. Wichtiger ist der Geschmack, den er zum Zeitpunkt seiner Trinkreife hat – wann immer diese erreicht wird. Und dieser verspricht beim 2009er wegen seiner schon heute zu spürenden “inneren“ Konzentration und der Dichte seines Extraktes (die wir dem hohen Anteil der kleinen und der kernlosen Beeren verdanken) großartig zu werden. So liegen unsere Einkaufspreise der großen 2009er Weine von Rousseau um 28% über denen der 2005er.

© grandsvins.de | Wein Direktimport & Weinhandel für Bordeaux Weine u. Chateau Weine - Georg Wahnschaffe