Burgunder-Wein - Der Jahrgang 2011

Das schlimmste, was uns nach den beiden großen Burgunder-Jahrgängen 2009 und 2010 hätte passieren können, wäre ein schwacher Jahrgang 2011, aber den hat es glücklicherweise nicht gegeben. Ganz im Gegenteil: Meadow erhebt 2011 auf die gleiche Stufe wie seine Vorgänger und spricht sogar von dem Triumvirat 2009, 2010 und 2011, in dem vom Standpunkt der Qualität 2009 der dritte, 2011 der zweite und 2010 der erste Platz gebühre. 2011 erreiche nicht die höchsten Höhepunkte von 2010 und sei auch nicht so konsistent wie 2009, aber es sei ermutigend, dass er mit beiden Jahrgängen vergleichbar sei. Es gebe beliebig viele Winzer, die außerordentlich gute 2011er hervorgebracht hätten. Und wenn man beispielsweise den Jahrgang 2000 gemocht habe, würde man sich auch über die 2011er freuen – nicht weil diese beiden Jahrgänge austauschbar seien, sondern weil der Reichtum, die Generosität und insbesondere die reifen Strukturelemente, die den Jahrgang 2000 auszeichneten, auch bei den 2011ern anzutreffen seien. Grund für diese außerordentliche Qualität in 2011 ist der heiße Monat April, der  mit 127 Stunden mehr Sonnenlicht als üblich brachte. Sie ließen  das Wachstum explodieren und verlegten den vegetativen Cycle um drei Wochen vor. Es habe dann zwar an der Côte de Beaune und insbesondere in der Nähe der Stadt selbst mehr Regen gegeben als an der Côte de Nuits, aber wer dennoch mit der Lese nicht zu früh begonnen und die Aussortierung des dadurch höheren Anteils an Grauschimmel in Kauf genommen habe, konnte dennoch ausgezeichnete Weine hervorbringen. Meadows findet besonders faszinierend die gute phenolische Reife einerseits und die niedrige „Zucker-Reife“ andererseits, die die Weine verführerisch angenehm (seductively suave) mache, ohne dass sie schwer wirkten.

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