Burgunder-Wein - Der Jahrgang 2013

Das Jahr 2013 war nicht nur in Bordeaux, sondern auch in Burgund ein Regenjahr. Aber die wetterbedingten Nachteile – vor allem der Regen während der Blütezeit - hatten auch Vorteile: Der Regen und die niedrigen Temperaturen führten dazu, dass viele Blüten abfielen und die verbliebenen Beeren klein blieben. Das minderte zwar die Erträge, aber die Weine waren später Extrakt reicher. Wegen des schlechten, kühlen Wetters während der Blüte verzögerte sich der gesamte Vegetationszyklus erheblich. 2013 hatte die späteste Lese seit 35 Jahre. Die Winzer sortierten auf dem Verlesetisch alles sorgfältig aus, was nicht reif und von Grauschimmel befallen war, so dass das verbliebende Traubengut bestens ausgereift war. Dieses wurde wegen der dicken Beerenhaut im Zeitpunkt der Lese sehr schonend behandelt (keine Absenkung des Tresterhutes, nur Pumpen des Mostes), denn man wollte jede Überextraktion vermeiden. Wer in diesem sehr schwierigen Jahr, dessen Wetterkapriolen die Winzer manches Mal verzweifeln ließen, nicht aufgab, konnte so trotzdem erstaunlich frische und elegante, transparente Weine mit feinkörnigen Tanninen bereiten, die bald zugänglich sind und mittelfristig gelagert werden können. Der Wein schmeckt keineswegs dünn wie sonst manchmal Weine aus Jahren, zu viel Regen abbekommen haben. Meadow’s ordnet sie unter den Weinen der letzten 15 Jahre zwar hinter denen von 1999, 2005, 2009, 2010 und 2012 ein, aber vor den Weinen der Jahre 2000, 2001, 2003, 2004, 2006, 2007, 2008 und 2011 und stellt sie auf die Stufe von 2002. Er sagt, wenn 2013 (bei dem er zu Recht von „Many Surprisingly Fine and Elegant Reds“ spricht) sich vor 30 Jahren oder gar 20 Jahren ereignet hätte, es wäre sehr wahrscheinlich ein absolutes Desaster geworden.

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