Unsere Philosophie

Als Absolvent eines humanistischen Gymnasiums blieb mir die französische Ess- und Trinkkultur lange Zeit verschlossen, da ich das „Leben wie Gott in Frankreich“ in Ermangelung hinreichender Sprachkenntnisse nicht selbst studieren konnte und auch der gutsortierte Weinkeller meines Großvaters nach dem Kriege den Russen zum Opfern gefallen war. So kam ich erstmals nach Frankreich, als ich die französische Sprache in Abendkursen erlernt und mich mein Arbeitgeber für anderthalb Jahre in unser Nachbarland geschickt hatte. Von Paris aus machte ich ziemlich regelmäßig Reisen nach Burgund und lernte in den Kellern der Winzer bald zwischen guten und weniger guten Weinen zu unterschieden

In einer Zeit der Massenproduktion, in der immer mehr Nuancen - gerade auch im kulinarischen Bereich – der Senkung der Herstellkosten geopfert werden, wächst die Zahl der Menschen, die sich darüber freuen, dass diese Tendenz der allgemeinen Homogenisierung bei Frankreichs berühmtesten Weinen in Bordeaux und Burgund glücklicherweise noch nicht zu beobachten ist. Jeder Winzer schwört dort auf seine eigenen Methoden und Hilfsmittel, die er selbst bei den Weinen aus einander benachbarten Parzellen variiert, um wirklich den Charakter jedes seiner Gewächse optimal herauszuarbeiten. Deshalb nimmt in aller Welt die Nachfrage nach guten Winzer-Weinen ständig zu.

Diesem Bedürfnis versuchen wir seit 1978 dadurch Rechnung zu tragen, dass wir fast ausschließlich Weine importieren, die auf dem Weingut abgefüllt wurden.

In Bordeaux beziehen wir die Chateau-Abfüllungen beim örtlichen Handel. Die Händler verfügen entweder über eigene genügend feuchte und kühle Keller, in denen die Flaschen unter besten Bedingungen reifen (wir hatten noch nie mit unseren Händlern Diskussionen über das Füllniveau einer Flasche), oder sie decken sich nach Eingang unserer Bestellung selbst bei den Chateau ein, denn diese halten immer einen Teil eines Jahrgangs zurück, damit die Weine später, wenn sie trinkreif von der Fachpresse besprochen werden, auch noch auf dem Markt verfügbar sind.

Mehrmals im Jahr bieten wir unseren Kunden in „Bordeaux-Subskriptionen“ das an, was in den Kellern an der Gironde lagert; das sind in der Regel Weine aus den letzten acht Jahren. Wir können Ihnen aber auch auf Anfrage über unsere Händler viele ältere Jahrgänge beschaffen. Was wir von diesen Importen übrig behalten, ist in unsererer Restposten-Liste „Chateau Weine“ aufgeführt. Die meist kleinen Stückzahlen stehen vor dem Preis. Wenn dort keine Angabe gemacht wird, ist unser Bestand größer als 23 Flaschen.

In den übrigen französischen Anbaugebieten gibt es leider nicht die für den Verbraucher angenehme Usance, dass die Winzer selbst einen Teil ihrer Weine bis zur Trinkreife lagern. Diese „Domänen-Weine“ bieten wir Ihnen als Jungweine ebenfalls in Subskriptionen an, wenn sie von den Winzern abgefüllt und lieferbereit sind. Wir importieren die dabei von unseren Kunden bestellten Flaschen erst nach Ablauf der Subskription, so dass unsere Restposten-Listen auch von diesen Weinen meistens nur Spitzenmengen oder besonders günstig gekaufte Positionen enthalten. Dieser (Kapital sparenden) Methode verdanken wir übrigens, dass wir uns im Laufe der letzten Jahrzehnte an den – offensichtlich guten - Geschmack unerer Kunden herantasten konnte (1978 kostete unser teuerster Wein, ein Corton Bressanades, noch DM 27,50.): Winzer, deren Weine nicht so gut bei unseren Kunden ankamen, konnten wir mühelos durch bessere ersetzen.

© grandsvins.de | Wein Direktimport & Weinhandel für Bordeaux Weine u. Chateau Weine - Georg Wahnschaffe